Online-Klausurentraining bei SOMMERHOFF

"Online"-Klausurentraining - Lösungen

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Kosten- & Leistungsrechnung - Lösungen zu den Aufgaben & Übungen

Bettina Bruns
Unsere Teilnehmerin Bettina Bruns.
Marina Hepp
Unsere Teilnehmerin Marina Hepp.
Oxana Schmidt
Unsere Teilnehmerin Oxana Schmidt.

Aufgabe 1

Gefordert war eine Stellungnahme zu nachstehenden Aussagen:

  1. "Eine Beschäftigungsabweichung kann sowohl in einer flexiblen Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis als auch in einer flexiblen Plankostenrechnung auf Teilkostenbasis auftreten". (3 Punkte)

    Lösung:
    Die Aussage ist falsch; eine Beschäftigungsabweichung kann ausschließlich in einer flexiblen Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis entstehen, denn nur in dieser Variante der Plankostenrechnung werden fixe Kosten in die Kalkulationssätze der Kostenstellen einbezogen und somit auf die Leistungen bzw. Produkte eines Unternehmens verrechnet. Da der in dem Kalkulationssatz enthaltene Fixkostenanteil jedoch auf Basis der Planbeschäftigung ermittelt wurde, werden die gesamten Fixkosten nur dann in zutreffender Höhe in die Betriebserfolgsrechnung abgerechnet, sofern die zugrunde gelegte Planbeschäftigung auch realisiert wird. Weicht die Istbeschäftigung von der Planbeschäftigung ab, kommt es in der Folge zu einer fehlerhaften Kalkulation bzw. Verrechnung von Fixkosten in die Betriebserfolgsrechnung (= Kostenträgerzeitrechnung). Eine Beschäftigungsabweichung beinhaltet somit stets entweder zu viel oder zu wenig verrechnete Fixkosten.


  2. "Entspricht die Istbeschäftigung der Planbeschäftigung einer Kostenstelle, enstprechen die Sollkosten den Plankosten dieser Stelle". (3 Punkte)

    Lösung:
    Sollkosten sind die Plankosten der Istbeschäftigung. Sind Plan- und Istbeschäftigung identisch, entsprechen somit die Plankosten den Sollkosten. Die Aussage ist zutreffend.

  3. "Die Fixkosten einer Kostenstelle mögen 200.000 € pro Periode betragen. Sofern die Istbeschäftigung dieser Stelle um 30 % unter der Planbeschäftigung liegt, wird die Beschäftigungsabweichung 60.000 € betragen. Bei dieser Beschäftigungsabweichung handelt es sich dann um zu viel verrechnete Fixkosten." (3 Punkte)

    Lösung:
    Die Beschäftigungsabweichung beträgt (30 % x 200.000 € Fixkosten =) 60.000 €; jedoch handelt es sich um zu wenig verrechnete Fixkosten, da die Ist- unter der Planbeschäftigung liegt.

  4. "Der Sollkostenermittlung wird stets der tatsächliche betriebliche Ablauf zugrunde gelegt. Wird also z. B. statt der Maschine A aufgrund eines Störfalls die Maschine B in der Fertigung eingesetzt, wird dieser Umstand bei der Sollkostenberechnung berücksichtigt, sodass Verbrauchsabweichungen keine Kostendifferenzen aufgrund außerplanmäßiger betrieblicher Abläufe beinhalten können". (3 Punkte)

    Lösung:
    Der Sollkostenermittlung wird stets der geplante betriebliche Ablauf zugrunde gelegt. Im vorstehend erläuterten Fall würden also Kostenabweichungen aufgrund außerplanmäßigen Betriebsablaufes (es wird Maschine B an Stelle von A eingesetzt) in die Sollkosten einfließen, da bei deren Ermittlung von dem ursprünglich geplanten Einsatz der Maschine A ausgegangen wird. Um die Wirtschaftlichkeitsabweichungen (= Verbrauchsabweichungen) zu ermitteln, für die der Kostenstellenleiter tatsächlich verantwortlich ist, müssen die (nach Kostenstellen und Kostenarten differenzierten) Verbrauchsabweichungen zunächst um spezielle Gemeinkostenabweichungen bereinigt werden, die aufgrund außerplanmäßiger Betriebsabläufe entstanden sind.

    Die Aussage ist demnach unzutreffend.

  5. "In einer flexiblen Plankostenrechnung auf Teilkostenbasis entspricht die gesamte Kostenstellenabweichung der Verbrauchsabweichung". (3 Punkte)

    Lösung:
    Die Aussage trifft zu; da die Gesamtabweichung aus Beschäftigungs- und Verbrauchsabweichung bestehen kann, in einer Teilkostenrechnung aber keine Fixkosten kalkuliert werden und deshalb keine Beschäftigungsabweichung auftreten kann, muss die Verbrauchsabweichung einer Kostenstelle der Gesamtabweichung entsprechen.

  6. "In einer Plankostenrechnung werden die Istkosten für Zwecke der Kostenkontrolle in der Kostenstellenrechnung stets wie folgt definiert: Istverbrauchsmenge x Istpreis." (3 Punkte)

    Lösung:
    Für Zwecke der Kostenkontrolle in der Kostenstellenrechnung werden zur Bewertung der Faktorverbrauchsmengen stets feste Verrechnungspreise (= Planpreise) herangezogen. Man will sicher stellen, dass die Verbrauchsabweichungen (als Differenz zwischen Sollkosten und Istkosten) stets ausschließlich auf Abweichungen von den geplanten Verbrauchsmengen und nicht auch auf Preisabweichungen zurückzuführen sind. Für letztere sind die Mitarbeiter des Betriebs schließlich nicht verantwortlich. Sie können nur für einen Mehrverbrauch von Material, Arbeitszeit, Energie etc. "in die Pflicht genommen" werden. Die Aussage ist demnach falsch.

 

Aufgabe 2

Die Plankosten der Kostenstelle "Montage" betragen 100.000 €. Der Variator wird mit 6 angegeben. Die Istbeschäftigung liegt um 30 % unter der Planbeschäftigung.

Ermitteln Sie die

  1. Sollkosten

  2. Beschäftigungsabweichung; interpretieren Sie diese.

 

Lösung zur Aufgabe 2:

Ermittlung der Sollkosten: 
Der Variator von 6 sagt aus, dass die gesamten Plankosten um 6 % steigen (sinken), wenn sich die Beschäftigung um 10 % verändert. Bei einer um 30 % unter der Planbeschäftigung liegenden Istbeschäftigung reduzieren sich die Plankosten, die man als Sollkosten bezeichnet, wenn sie auf die Istbeschäftigung umgerechnet werden, somit um (3 x 6 =) 18 %. Die Sollkosten betragen (100.000 € x 82 % =) 82.000 €.

Ermittlung der Beschäftigungsabweichung:
Die Plankosten in Höhe von 100.000 € enthalten (40 % x 100.000 € =) 40.000 € Fixosten. Bei einer 30%igen Beschäftigungsabweichung werden (40.000 € x 30 % =) 12.000 € Fixkosten zu wenig in die Betriebserfolgsrechnung abgerechnet.

 

Aufgabe 3

Die Alzheimer AG ermittelt nach Einführung einer Plankostenrechnung für eine Fertigungskostenstelle einen variablen Stundensatz von 40 €. Der Variator beträgt 4.

  1. Ermitteln Sie den Plankostenverrechnungssatz auf Vollkostenbasis. (4 Punkte)

  2. Berechnen Sie die Beschäftigungsabweichung in Euro bei einer Istbeschäftigung von 20.000 Stunden (= 125 % der Planbeschäftigung). (4 Punkte)

  3. Errechnen Sie die Verbrauchsabweichung, wenn die Istkosten 960.000 € betragen. (5 Punkte)

  4. Ermitteln Sie die Gesamtabweichung. (2 Punkte)

 

Lösung zur Aufgabe 3:

Plankostenverrechnungssatz auf Vollkostenbasis:
Bei einem Variator von 4 besteht der gesuchte Verrechnungssatz zu 40 % aus variablen und zu 60 % aus Fixkosten. Demnach kann der Plankostenverrechnungssatz auf Vollkostenbasis nur (40 € + 60 € =) 100 € betragen.

Beschäftigungsabweichung:
Die Planbeschäftigung (= 100 %) betrug 16.000 Stunden. Da der in dem Plankostenverrechnungssatz enthaltene Fixkostenanteil 60 € beträgt, werden somit (4.000 Stunden x 60 € =) 240.000 € Fixkosten zu viel abgerechnet.

Verbrauchsabweichung:
Die Sollkosten betragen (16.000 Stunden x 60 € + 20.000 Stunden x 40 € =) 1.760.000 €; bei Istkosten von 960.000 € beträgt die Verbrauchsabweichung 800.000 € (Kostenunterschreitung).

Gesamtabweichung:
Beschäftigungsabweichung (positive Erfolgsauswirkung) + 240.000 €
Verbrauchsabweichung (positive Erfolgsauswirkung) + 800.000 €
Gesamtabweichung = + 1.040.000 € (Kostenstellenüberdeckung) 



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